"Job Day" an der Jakob-Sandtner-Realschule
Experten aus der Praxis gaben ihre Erfahrungen an Schüler und Eltern weiter.
Die 122 Schüler der neunten Klassen der Jakob-Sandtner-Realschule (JSR) beschäftigten sich an vier Tagen intensiv mit ihrem zukünftigen Berufsleben. Denn berufliche Orientierung sei das Leitthema in dieser Jahrgangsstufe, erklärte stellvertretender Schulleiter Oliver Sailer beim "Job Day" im Turnraum der Realschule. Elf Vertreter aus der Wirtschaft und verschiedenen Institutionen stellten den Schülern und ihren Eltern ihr Berufsfeld vor. In halbstündigen Workshops konnte der jeweilige Beruf nochmals vertieft werden.
Die Projektwoche "Berufliche Orientierung" umfasste auch Bewerbungsseminare und Betriebsexkursionen, um den Neuntklässlern einen breiten Überblich über die beruflichen Möglichkeiten zu verschaffen. Seines Wissens sei die JSR die einzige niederbayerische Schule, die mit 17 Firmen zum Wohle der Schüler zusammenarbeite, unterstrich Oliver Sailer eingangs. Die Projektwoche diene dazu, den Schülern bei der Berufswahl behilflich zu sein. Die Referenten des Job Days stellten dabei ihr Wissen kostenlos zur Verfügung. Oliver Sailer wandte sich mit zwei Bitten an die Referenten: Dass sie im nächsten Jahr wiederkommen und dass sie den Schülern auch klarmachen, welche Anforderungen die Wirtschaft an ihre Arbeitnehmer stelle.
Es sei ein großer Schritt vom Schülerdasein zum Mitarbeiter eines Unternehmens, wurde Beratungsrektorin und Projektleiterin Irmgard Pollinger deutlich. Das Bewerbungstraining sei ein wichtiger Baustein dieser intensiven Woche. Die Betriebsbesichtigungen hätten bei einigen sicher Ernüchterung hervorgerufen, bei anderen aber Interesse geweckt. es sei unbedingt die Unterstützung der Eltern notwendig, die bei Absagen af Bewerbungen immer wieder Mut machen müssen. Zum Erfolg gehöre aber auch die Kooperation mit der Wirtschaft, leitete Irmgard Pollinger zur Vorstellung der Gäste über.
Karriere im Handwerk oder im Gesundheitswesen
Kreishandwerksmeister Jürgen Tanne vertrat die über 90 Berufe des Handwerks. Er verwies auf die moderne Ausrichtung und vor allem auch auf die vielen Aufstiegschancen. Medizinische Assistenzberufe seien auch für Männer sehr interessant, führte Johann Konvalin aus, da das Gesundheitswesen einer der größten Arbeitgeber sei. Wer über logisches Denken verfügt und auch denken will, der sei an der EDV-Schule in Plattling richtig, so Dr. Martin Griebl.
Der öffentliche Dienst sei ein krisensicherer Arbeitgeber und deshalb auch sehr begehrt, erläuterte Karin Wutzlhofer, Leiterin der Personalabteilung des Landratsamtes. Junge Menschen mit Verantwortungsbereitschaft könnten sich bei der Bundeswehr durchaus hocharbeiten, meinte Wehrdienstberatungsoffizier Josef Engl. Der Polizeidienst sei ebenfalls sehr verantwortungsvoll, stellte Franz Huff den möglichen Arbeitgeber Polizei vor.
Der Bankkaufmann sei mehr denn je gefragt, so Alfons Randsberger von der Sparkasse Niederbayern-Mitte, biete man doch auch gute Fortbildungsmaßnahmen und Entwicklungsmöglichkeiten. Werner Kiese, Leiter der Flurl-Berufsschule, stellte in erster Linie die Fachschule für kaufmännische Assistenten vor. Rund 43 Prozent der Studenten entstammen dem beruflichen Schulwesen, verwies Kiese auf die vielen Möglichkeiten. Die Fachschule für biologisch-technische Assistenten richten sich vor allem an junge Menschen mit Forschergeist, erläuterte der fachliche Leiter, Professor Dr. Robert Huber.
Von der Elektronikbranche zum Heilerziehungspfleger
Sabine Fischer vom Zentrum für Ausbildungsmanagement Bayern gab eine Übersicht über die Berufe der Metall- und Elektronikbranche.
Der Heilerziehungspfleger sei ein pädagogischer Beruf mit pflegerischem Anteil, gab Hans Greipl, Leiter der Fachschule für Heilerziehungspflege der Barmherzigen Brpder, Auskunft. Die Berufsbegleitende Fachschule baue auf einem zweijährigen Vorpraktikum oder einer Erstausbildung auf, so Greipl.
Nach dieser kurzen Vorstellung blieb für die Schüler nur die Qual der Wahl, für welchen Workshop sie sich entscheiden. Da aber zwei Durchläufe geplant waren, verdoppelte sich die Auswahl für die Interessenten.
Quelle: Straubinger Tagblatt vom 21. Februar 2009